www.peteratkins.de/foto-blog Kinderfotografie - die sicherlich schwierigste Untergruppe, was das Fotografieren von unserem Nachwuchs angeht. Dabei geht es mit den richtigen Hilfsmitteln und Techniken eigentlich ganz leicht. In diesem Text wird das Fotografieren in der freien Natur von Kleinkindern erläutert.
Kameras + Equipment allgemein: Widmen wir uns erst einmal dem richtigen Equipment. Als Kamera würden sich die EOS 5D oder eine EOS 1Ds MK III anbieten. Vorteil dieser Kameras ist der große Bildsensor. (Vollformat) Doch eine gute Kamera allein reicht nicht aus. Vollformat-Kameras können mit dem richtigen Linsen tolle Ergebnisse erzielen, verzeihen aufgrund des höheren Detailreichtums keine Fehler. Babybilder sollten möglichst natürlich wirken, was man mit einer guten Blitzanlage im Studio sicherlich ohne Probleme hinbekommt, jedoch wirken Aufnahmen im freien noch einen Tick besser. Ein Reflektor ist hier unverzichtbar. RAW Bilder sind zu empfehlen.
Objektive: Was muss sonst noch her? Eine gut Linse natürlich. Um die maximale Schärfe zu erreichen sollte man das Verwenden der L Objektive von Canon in betracht ziehen. Die für Babyfotografie meist verwendeten Objektive sind das 85mm f/1.2 USM L, welches mit einer gigantischen Anfangsblende von 1,2 überzeugt und das EF 135mm f/2 USM L, was man als Geheimtipp bezeichnen könnte: nicht nur aufgrund der für ein über 100mm Tele außergewöhnlichen Blende von 2.0, sondern auch wegen eines superschnellen USM´s. Es ist im Vergleich zum 85mm sehr viel preiswerter, steht ihm im Thema Schärfe jedoch um nichts nach. Außerdem hat man einen sehr vorteilhaften Abstand zum Baby, der je nach Location wunderbar ausgenutzt werden kann. Im Studio bietet sich ein 50mm 1.2 USM L an, um das Baby formatfüllend abzulichten, müssen wir jedoch sehr nah ran, was bei manchen Kindern zu Problemen führen kann.
Location: Sitzt das Equipment, fehlt nur noch die passende Location. Die findet sich fast überall. Ein Garten oder eine einfache Wiese mit sattem Grün lassen jedes Foto natürlich schön wirken. Besonders gut zum Fotografieren sind bewölkte Tage, aber auch der Schatten unter einem Baum bietet sich als Ort des Shootings an. Ein seitlich einfallendes Licht kann hier mit einem Reflektor perfekt modelliert werden und ein super Highlight setzen.
Und das Baby: „Und jetzt lächeln“ geht bei kleinen Kindern einfach nicht. Da muss man sich schon kleine Tricks einfallen lassen. Am besten ein neues Spielzeug zum Shooting mitbringen oder irgendetwas, was der/die Kleine Spannend findet, in die Hand drücken. Wichtig ist hierbei die Position der Mutter. Das Kind guckt instinktiv immer mal wieder beim Spielen hoch zur Mama. Es macht sich natürlich gut wenn in dem Moment die Mutter direkt hinter dem Fotografen steht und ihrem Baby zulächelt. Generell reicht schon ein kleiner Ball aus, um Babys 2-5 min zu beschäftigen. Keine Langweile aufkommen lassen, ist hierbei ganz wichtig. Sobald das Kind kein Interesse mehr hat, zack - weg damit und neue Beschäftigungsmaßnahme hinstellen. Die Sauberkeit des Gesichtes ist auch zu beachten. Babys sollen einen “reinen“ Eindruck machen!
Einstellungen an der Kamera: Ganz klar ein M muss her. Das Manuel Programm ist bei Shootings Gang und Gebe und sollte immer verwendet werden. Das Einzige, was da noch an der Kamera selber arbeiten sollte, ist der AF. Das AF-Messfeld in der Mitte bietet sich an, generell gilt aber immer auf die Augen scharf stellen. Diese sind eines der wichtigsten Punkte im Bild. ISO so niedrig wie möglich, um ein Rauschen zu verhindern. Höher als 400 sollte man nicht gehen.
Die Aufnahme: ...ist reine Geschmacks- und Erfahrungssache. Soll ein bisschen Gras mit aufs Bild, um es lebendiger wirken zu lassen, oder ist nur das Gesicht des Babys abzulichten? Ich habe bei dem Portrait-Workshop von Peter Atkins viele Tipps mitnehmen können. Meiner bisherigen (kurzen) Erfahrung nach wirken Aufnahmen mit einem schönen weichen Hintergrund und etwas Gras im Vordergrund am besten. Vorteile eines 85mm oder gar 135mm sind, dass das Baby ungestört spielen kann ohne abgelenkt zu werden. Somit fotografiert man unbemerkt und kann tolle Momentaufnahmen erzielen. Außerdem sollte man generell immer 1-2 Blenden überbelichten. Somit sind helle und klar erkennbare Augen garantiert und auch die Haut hat einen schönen Ton. Das Wichtigste jedoch ist, dass das Bild knackscharf ist. Ein unscharfes Bild ist nichts mehr Wert.
Die Bearbeitung: Bartstoppeln, Pickel oder Körperbehaarung sollten bei Babys noch nicht ganz so doll ausgeprägt sein wie bei den großen Säugern ;) Darüber müssen wir uns also keine Gedanken machen. Die Tonung des Bildes kann sehr verschieden gewählt werden. Ca. -30% Sättigung mit +10-20% Kontraste lassen nahezu jedes Bild veredeln und können gerade Kinderbilder den letzten Schliff verpassen. Das i-Tüpfelchen wäre ein Farbfilter in der passenden Farbe: hellblau bei Jungen, ein dezentes rosa bei Mädchen. Die Intensität der Filter sollte jedoch sehr vermindert werden. Eine leichte Verwendung des Filters „weiches Licht“ kommt bei vielen Kunden gut an.
in Kürze: 1. Volles Rohr: Schraubt die Blende auf so weit es geht. Ein 85mm 1.2 USM L hat hierbei sicherlich die schönste Unschärfe im Hintergrund. Außerdem kann man dann 100% verwackelungsfrei fotografieren. 2. In die Hocke: sucht euch eine tiefe Position aus, um bei der Verwendung eines leichten Teles (85mm oder gar 135mm) noch etwas grün in die Aufnahme rein zu bringen. Das Fotografieren durch einen Blumenstrauß kann bei Mädchenaufnahmen auch tolle Ergebnisse erbringen. 3. Niemals Langeweile und immer zu MAMA: Die Mutter des Babys immer ganz nah an den Fotografen platzieren und beim Baby nie Langeweile aufkommen lassen. Ein Laufwagen, Bälle, Schubkarren...alles muss erkundet werden und beschäftigt das Baby. Es einfach nur sitzen zu lassen, ist ein tabu. 4. je heller desto besser: einen tollen Hautton erreicht man durch das Überbelichten von ca. 2 Blenden. Helle Augenpartien sind somit auch garantiert. 5. haltet den Ball flach: ISO immer so niedrig wie möglich, da auf Babyhaut ein Rauschen besonders hässlich wirkt.
Allgemeine Tipps:
Es gibt bestimmt Sachen, die man schon VOR dem Shooting mit den Eltern abklären sollte. -Das Kind muss unbedingt ausgeschlafen und ohne Hunger zum Shooting kommen. Frische Windeln machen Babys auch nicht grad froh! Wenn dies nicht klar gesagt wurde, können mehr Tränen fließen als Fotos gemacht werden, was um die Zeit und ums Geld schad´ wär.
-Das Lieblingsspielzeug des Babys oder sein Kuscheltier sind immer ein tolles Highlight im Foto und verhindern, dass dem Baby langweilig wird.
-je weiter weg man sich vom Baby befindet, desto ungestörter kann es spielen. Möchte man Bilder von Kindern in fortgeschrittenem Alter (3-5) machen, bieten sich ein Tele Objektive an. Ein 70-200mm 2.8 USM L überzeugt trotz Zoom durch eine durchweg gute Schärfe und einer gleichmäßigen Unschärfe.
-Zeit ist Geld, doch Geld ist nicht alles. Bevor man anfängt, sollte man auf die Mutter etwas eingehen, um genau herauszubekommen, was für Fotos erwartet werden.
Ich hoffe, Florian Dahm, konnte euch hier mit diesem Artikel nützliche Tipps geben und dem einen oder anderem bei seinen Fragen helfen. Den Großteil des Wissens hier habe ich bei den Workshops von Peter Atkins gelernt. Auch als professioneller Fotograf sollte man nicht davor zurückschrecken, sich bei einem seiner Kollegen oder bei speziellen Workshop weiterzubilden. Es sind oft die Details, die das Foto zu „DEM FOTO“ werden lassen. Tip: Es besteht die Möglichkeit, die Peter Atkins Technik der Fotografie und Bildbearbeitung immer Samstags und Sonntags von 15.00-19.00 Uhr bei einem Fotoworkshop (Portait / Fashion) mit Peter Atkins zu erlernen. die folgenden Themenbereiche werden in dem Workshop behandelt: - Einführung in technische Grundlagen der Kamera
- wichtige Kameramodi, Überblick über die Objektive und Nutzung von Licht / Reflektor / Blitzanlage
- Anwendeung erlernter Techniken bei einem Fotoshooting mit Models
- Erlernen der Bildbearbeitung durch Bearbeitung der am vorherigen Tag entstandenen Bilder am eigenen Laptop
- Teilnahme-Zertifikat
Einsteinstr. 28, 81675 München am Max-Weber-Platz U-Bahnlinien U4 und U5, Straßenbahn Linie 15,18,19 und 25 Zu buchen für 129,– Euro (2 Tage Seminar!!) über www.mydays.de mit Terminübersicht oder direkt bei www.peteratkins.de
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